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2026 Whistleblowing und Compliance in Europa

Datengestützte Einblicke und Benchmarks
Verfügbar in

2025 ist das erste Jahr, in dem die EU-Whistleblower-Richtlinie für alle Unternehmen mit 50 oder mehr Mitarbeitern in der Europäischen Union gilt. Nach einer schrittweisen Umsetzung seit 2022 könnte man davon ausgehen, dass Speak-Up-Praktiken sowohl bei Führungskräften als auch bei Mitarbeitern mittlerweile gut verankert sind. 

Jüngste globale Krisen – gesundheitliche, ökologische, wirtschaftliche und geopolitische – haben die Bedeutung von Wachsamkeit weiter verstärkt. Aber was sagen die Daten tatsächlich aus? 

Das NAVEX Hotline-Benchmarking basiert auf 2,37 Mio. Meldungen aus der weltweit größten Whistleblowing-Datenbank mit Daten von mehr als 4.000 Unternehmen. Diese einzigartige Datengrundlage liefert Einblicke in die Stärken und Standards von Unternehmen und zeigt, wie Speak-up-Systeme genutzt werden können, um Risiken wirksam zu steuern.

Der Bericht „Der Stand von Risiko & Compliance“ bietet dagegen eine qualitative Perspektive auf Basis der Antworten von mehr als 1.100 Risikound Compliance-Verantwortlichen weltweit. 

Beide Datensätze enthalten europäische Daten (ohne das Vereinigte Königreich) und ermöglichen so eine regionale Perspektive im Vergleich zu globalen Trends. 

Diese Benchmark-Daten liefern mehr als nur eine Momentaufnahme – sie zeigen, welchen realen Risiken Unternehmen ausgesetzt sind und wie sie darauf reagieren, um wachsenden regulatorischen Anforderungen gerecht zu werden.

Bedeuten weniger Meldungen auch weniger Risiken?

Europa meldet weniger Bedenken als Nordamerika und der globale Durchschnitt. Ein wesentlicher Grund dafür ist der unterschiedliche Reifegrad regulatorischer Anforderungen. 

Während die EU erst 2021 umfassende Hinweisgeberschutzgesetze eingeführt hat, bestehen in Ländern wie dem Vereinigten Königreich (1999), den USA (2002) und Kanada (2007) bereits deutlich länger etablierte Regelwerke. 

Niedrigere Melderaten bedeuten nicht zwangsläufig weniger Probleme – sie können auf ein geringeres Bewusstsein, weniger Meldemöglichkeiten oder eine weniger ausgeprägte Speak-up-Kultur hinweisen.

Anonymität bleibt hoch

Europa ist führend bei anonymen Meldungen. 

Dies ist vermutlich auf mehrere Faktoren zurückzuführen: die vergleichsweise späte Einführung von Hinweisgeberschutzregelungen, Unsicherheiten bei Meldeprozessen sowie anhaltende Sorgen vor Vergeltungsmaßnahmen. 

Ein mangelndes Verständnis dafür, wie Meldungen bearbeitet und Hinweisgeber geschützt werden, kann ebenfalls dazu beitragen, dass anonyme Meldungen bevorzugt werden.

Konstante Substanziierungsraten über alle Regionen hinweg

Die Substanziierungsraten sind über die Regionen hinweg weitgehend vergleichbar, was auf eine konsistente Qualität der Meldungen und gründliche Untersuchungen hindeutet. 

Mehr als die Hälfte der Meldungen sind jedoch nicht begründet, was wichtige Fragen aufwirft: Sind die Meldungen unklar oder erfassen die Untersuchungen die Probleme nicht vollständig?

Unternehmen in Europa benötigen deutlich länger für den Fallabschluss

Die Dauer von Untersuchungen ist in Europa nahezu doppelt so hoch wie im globalen Durchschnitt. 

Auch wenn Benchmark-Daten keine eindeutigen Ursachen für Veränderungen aufzeigen, könnten verschiedene übergeordnete Entwicklungen die Dauer von Untersuchungen beeinflussen und sollten berücksichtigt werden. Personalabbau sowie umfassendere geopolitische und wirtschaftliche Entwicklungen können zu komplexeren Fällen und längeren Prüfungszeiten führen.

Globale Unterschiede bei Risikokategorien

Kontinentaleuropa weist besonders viele Meldungen zu finanziellen und geschäftsethischen Risiken auf, während in Nordamerika etwas häufiger Vorfälle im Zusammenhang mit Verhalten am Arbeitsplatz gemeldet werden. 

Diese Unterschiede können sowohl kulturelle Prioritäten als auch die Zugänglichkeit von Meldemöglichkeiten widerspiegeln.

Meldekanäle: Europa setzt auf digitale Lösungen

In Europa erfolgen Meldungen überwiegend digital. 

Webbasierte Meldungen dominieren, während Hotlines deutlich seltener genutzt werden als in anderen Regionen. Dies zeigt eine klare Präferenz für digitale Meldekanäle, die unabhängig von Zeit und Ort genutzt werden können.

Diese Erkenntnisse unterstreichen die wachsende Bedeutung von Compliance für die Unternehmensleistung. 

Hohe Substanziierungsraten und strukturierte Programme zeigen Fortschritte, zugleich bleiben Herausforderungen bei der Bewältigung des schnellen regulatorischen Wandels bestehen. 

Hohe Anonymitätsraten, geringere Meldevolumen und längere Zeiten bis zum Fallabschluss deuten darauf hin, dass sich das Vertrauen in Speak-up-Systeme noch weiter entwickeln muss und das Fallmanagement operativ noch Verbesserungspotenzial hat. 

Gleichzeitig sorgt regulatorische Komplexität weiterhin für operative Herausforderungen, während sich die kulturelle Verankerung von Compliance vielerorts noch weiterentwickeln muss. 

Die zentrale Frage für Unternehmen ist, ob ihr aktueller Ansatz ausreicht, um mit den aktuellen Anforderungen und zukünftigen Trends Schritt zu halten.

  • Spiegeln Ihre Meldezahlen Vertrauen wider – oder Zurückhaltung?
  • Wird Ihre Anonymitätsrate durch Schutz oder mangelndes Vertrauen bestimmt?
  • Sind Ihre Systeme bereit für kontinuierliche regulatorische Veränderungen? 

Wenn Ihnen diese Fragen bekannt vorkommen, könnte jetzt der richtige Zeitpunkt sein, Ihr Risiko- und ComplianceProgramm neu zu bewerten – NAVEX unterstützt Sie dabei. Kontaktieren Sie uns für weitere Informationen.

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