
2026 Benchmark Report: Compliance- & Whistleblowing-Trends in der Fertigungsindustrie
Wesentliche Unterschiede zwischen der Fertigungsindustrie und den globalen BenchmarksUnternehmen in der Fertigungsindustrie agieren in einem der komplexesten Compliance-Umfelder überhaupt. Globale Lieferketten, Mitarbeiter in operativen Bereichen, Arbeitsschutzvorgaben, arbeitsrechtliche Anforderungen, ESG-Erwartungen und zunehmende regulatorische Anforderungen stellen Ethik- und Compliance-Programme vor große Herausforderungen.
Die Daten zeigen, dass Unternehmen in der Fertigungsindustrie diesen Herausforderungen mit einem praxis- und betriebsorientierten Ansatz begegnen. Sie setzen auf Schulungen und Sensibilisierung, investieren stark in interne Untersuchungen und legen größeren Wert auf die Due Diligence von Dritten als Unternehmen in anderen Branchen. Führungskräften wird grundsätzlich ein ausgewogener Umgang mit Compliance-Risiken zugeschrieben und die Unternehmen sind zuversichtlich, ethisches Verhalten und eine Kultur der Integrität fördern zu können.
Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse eine wiederkehrende Herausforderung: mangelnde Transparenz.
Unternehmen in der Fertigungsindustrie weisen eine deutlich niedrigere interne Melderate als der globale Benchmark auf, obwohl bei ihnen ein höherer Anteil an Meldungen zu Fehlverhalten am Arbeitsplatz verzeichnet wird. Untersuchungen dauern länger, Meldekanäle sind für räumlich verteilte Belegschaften weniger sichtbar und Mitarbeiter arbeiten häufig unter Bedingungen, in denen Produktionsdruck, Schichtpläne und wechselnde Führungsstrukturen die Meldung von Bedenken erschweren können.
Die Antworten von Unternehmen aus der Fertigungsindustrie auf eine aktuelle NAVEX Umfrage zeigen, dass diese Herausforderungen durchaus bekannt sind. Die Sichtbarkeit und Zugänglichkeit von Meldekanälen zu erhöhen, ist die am häufigsten ergriffene Maßnahme zur Stärkung der Speak-up-Kultur. Gleichzeitig werden Onboarding- und Schulungsprogramme zunehmend genutzt, um die Erwartungen an das Meldeverhalten in der gesamten Belegschaft zu verankern.
Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass es Unternehmen in der Fertigungsindustrie nicht an Engagement für Compliance mangelt. Vielmehr stehen sie vor der Aufgabe, ihre klaren Compliance-Ziele in konsistente, skalierbare Prozesse für dezentrale und operativ komplexe Strukturen zu überführen. Unternehmen, die einen besseren Einblick in die Anliegen ihrer Mitarbeiter gewinnen, ihre Untersuchungskapazitäten stärken und Mitarbeiter in operativen Bereichen besser an Meldesysteme anbinden, können neu auftretende Risiken effektiver steuern und widerstandsfähige Compliance-Programme aufbauen.
- Meldungen pro 100 Mitarbeiter
Gibt es in der Fertigungsindustrie tatsächlich weniger Vorfälle?
Unternehmen in der Fertigungsindustrie verzeichnen im Median 1,10 Meldungen pro 100 Mitarbeiter – gegenüber 1,65 weltweit. Damit liegt das Meldevolumen in der Fertigungsindustrie bei etwa zwei Dritteln des globalen Benchmarks.
Doch bedeutet ein geringeres Meldevolumen auch, dass es weniger Vorfälle gibt? Nicht unbedingt. Die Fertigungsindustrie ist stark von Mitarbeitern in operativen Bereichen geprägt: Schichtarbeit, räumlich verteilte Standorte und Arbeitsplätze außerhalb klassischer Büroumgebungen können es Mitarbeitern erschweren, Bedenken zu melden. Gleichzeitig ist es schwieriger, diese Mitarbeiter regelmäßig über bestehende Meldekanäle zu informieren.
Produktionsdruck und wechselnde Vorgesetzte können zudem das Vertrauen in bestehende Meldekanäle beeinträchtigen und dazu beitragen, dass das Ansprechen von Bedenken nicht selbstverständlich zum Arbeitsalltag gehört.
Auf den ersten Blick könnte es so aussehen, als würden in der Fertigungsindustrie schlicht weniger Meldungen anfallen. Doch die entscheidende Frage lautet: Haben Unternehmen in der Fertigungsindustrie tatsächlich ausreichend Einblick in Risiken innerhalb ihrer Belegschaft und ihrer betrieblichen Abläufe?
So wird die Kennzahl berechnet: Ermitteln Sie die Gesamtzahl aller über sämtliche Meldekanäle eingegangenen Meldungen, teilen Sie diese durch die Anzahl der Mitarbeiter im Unternehmen und multiplizieren Sie das Ergebnis mit 100. Damit diese Kennzahl mit unserer Berechnung vergleichbar ist, sollten keine Meldungen ausgeschlossen werden – unabhängig von Meldeweg, Risikotyp, Bestätigungsrate oder Risikokategorie.
- Risikokategorie im Fokus
Fehlverhalten am Arbeitsplatz ist das zentrale Problem für Unternehmen in der Fertigungsindustrie.
Unternehmen der Fertigungsindustrie verzeichnen einen höheren Anteil an Meldungen über Fehlverhalten am Arbeitsplatz als der globale Benchmark. Im Median entfallen in der Fertigungsindustrie 59,2% aller Meldungen auf Fehlverhalten am Arbeitsplatz, gegenüber 52,9% weltweit – ein Unterschied von 6,3 Prozentpunkten.
Angesichts der Arbeitsbedingungen in der Fertigungsindustrie, insbesondere für Mitarbeiter in operativen Bereichen, überrascht es nicht, dass Fehlverhalten am Arbeitsplatz die am häufigsten gemeldete Risikokategorie ist. Innerhalb der NAVEX Risikokategorien umfasst diese Kategorie unter anderem Belästigung, Vergütung und Zusatzleistungen, respektvolles Verhalten am Arbeitsplatz und Vergeltungsmaßnahmen – Risikotypen, die gerade im Fertigungsumfeld auftreten und erhebliche Auswirkungen auf die Unternehmenskultur haben können.
Dass Fehlverhalten am Arbeitsplatz die am häufigsten gemeldete Risikokategorie ist, verleiht dem insgesamt niedrigeren Meldevolumen in der Fertigungsindustrie zusätzliche Bedeutung. Die Angst vor Vergeltungsmaßnahmen zählt nach wie vor zu den größten Hürden für Meldungen. Vorfälle im Zusammenhang mit Belästigung oder vergleichbarem Fehlverhalten am Arbeitsplatz werden mit geringerer Wahrscheinlichkeit gemeldet, wenn das Vertrauen fehlt oder Meldekanäle für Mitarbeiter in operativen Bereichen schwer zugänglich sind.
Der höhere Anteil an Meldungen zu Fehlverhalten am Arbeitsplatz zeigt deutlich, welche zentrale Rolle die Arbeitsplatzkultur und die Dynamik in operativen Bereichen für Unternehmen in der Fertigungsindustrie spielen – und dass diese Themen insbesondere für Mitarbeiter in diesen Bereichen von großer Bedeutung sind.
So wird die Kennzahl berechnet: Stellen Sie zunächst sicher, dass jede Meldung einer der sechs Risikokategorien oder einem der 24 Risikotypen gemäß dem Hotline & Incident Management Benchmark Report zugeordnet ist. Teilen Sie anschließend die Anzahl der Meldungen in jeder der sechs Kategorien durch die Gesamtzahl der Meldungen. Bitte beachten Sie: Da für jede Kategorie der Median verwendet wird, ergibt die Summe nicht zwangsläufig 100%. Bei Berechnungen zur Häufigkeit von Risikokategorien oder Risikotypen kategorisieren wir die Meldungen und ermitteln ihre Häufigkeit über alle Meldungen hinweg, ohne sie nach Unternehmen zu gruppieren. Die Häufigkeitswerte sollten insgesamt 100% betragen, beziehungsweise aufgrund von Rundungen annähernd 100%.
- Fertigungsunternehmen setzen bei der Messung der Programmwirksamkeit auf Audits und klare Prozesse
In unserer Umfrage für den NAVEX Risk & Compliance Report 2026 wurden Unternehmen gefragt, wie sie die Wirksamkeit ihrer Ethik- und Compliance-Programme messen. Die häufigste Antwort in der Fertigungsindustrie entspricht dem globalen Benchmark: Überprüfung von Compliance-Richtlinien, -Verfahren und -Praktiken mit einem Anteil von 69%.
Unternehmen in der Fertigungsindustrie legen zudem größeren Wert auf Gap-Analysen, um festzustellen, ob bestimmte Risikobereiche in Richtlinien, Kontrollen oder Schulungen ausreichend berücksichtigt werden. Mit 54% liegt diese Maßnahme in der Fertigungsindustrie 10 Prozentpunkte über dem globalen Benchmark.
Am seltensten wird in der Fertigungsindustrie Feedback von Führungskräften zur Messung der Programmwirksamkeit herangezogen – mit 44% gegenüber 53% weltweit.
Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Compliance-Funktionen in Unternehmen der Fertigungsindustrie bei der Bewertung ihrer Ethik- und Compliance-Programme vor allem praxis-, audit- und prozessorientiert vorgehen, anstatt sich primär an der Einschätzung der Führungsebene zu orientieren.
- Die größten Compliance-Herausforderungen für Unternehmen in der Fertigungsindustrie
Unternehmen in der Fertigungsindustrie nennen wachsende Verantwortlichkeiten ohne zusätzliche Ressourcen als ihre größte Compliance-Herausforderung der vergangenen 12 Monate. Mit 38% entspricht dieser Wert dem globalen Benchmark. An zweiter Stelle stehen Schwierigkeiten, mit neuen regulatorischen Anforderungen Schritt zu halten. Diese wurden von 37% der Befragten genannt, gegenüber 31% weltweit.
Diese Ergebnisse sind angesichts des komplexen operativen Umfelds, in dem Fertigungsunternehmen heute tätig sind, besonders relevant. Anhaltende Störungen der Lieferketten, eine verstärkte Überprüfung von ESG-Themen, Anforderungen an die Einhaltung arbeitsrechtlicher Vorgaben, internationale Geschäftstätigkeiten, handelsrechtliche Compliance-Anforderungen und Arbeitsschutzvorschriften erweitern den Aufgabenbereich von Compliance-Programmen. Compliance-Teams müssen dadurch ein immer breiteres Spektrum an Risiken und regulatorischen Anforderungen bewältigen – häufig ohne eine entsprechende Aufstockung ihrer Ressourcen.
Interessanterweise betrachten nur 19% der Befragten aus der Fertigungsindustrie die Einflussnahme auf Unternehmenskultur und ethisches Verhalten als wachsende Herausforderung, gegenüber 26% weltweit. Dies deutet darauf hin, dass Unternehmen in der Fertigungsindustrie mehr Vertrauen in ihre Fähigkeit haben, ethisches Verhalten zu fördern und eine Kultur der Integrität zu stärken, als Unternehmen in anderen Branchen.
- Führungskräfte in der Fertigungsindustrie gehen ausgewogen mit Risiken um
Auf die Frage nach dem Verhalten der obersten Führungsebene in Unternehmen der Fertigungsindustrie gaben 51% der Befragten an, dass ihre Führungskräfte angemessenes Verhalten vorleben, gegenüber 55% im globalen Durchschnitt.
Jedoch werden Führungskräfte in der Fertigungsindustrie als weniger bereit wahrgenommen, zugunsten des Wachstums höhere Compliance-Risiken einzugehen. Auch hier zeigt sich ein Unterschied von vier Prozentpunkten: Nur 25% der Befragten sind der Ansicht, dass ihre Führungskräfte höhere Compliance-Risiken in Kauf nehmen, um neue Geschäftsziele zu erreichen oder den Umsatz zu steigern, gegenüber 29% weltweit.
- Welche Programmaktivitäten sind für Unternehmen in der Fertigungsindustrie am wichtigsten?
Die Prioritäten bei den Programmaktivitäten in der Fertigungsindustrie spiegeln die Anforderungen eines dezentralen Arbeitsumfelds mit einem hohen Anteil an Mitarbeitern in operativen Bereichen wider. Compliance-Teams betreuen häufig geografisch verteilte Standorte und Mitarbeiter im Schichtbetrieb sowie komplexe Lieferketten und müssen dabei Produktionsziele, Sicherheitsanforderungen und regulatorische Vorgaben gleichermaßen berücksichtigen.
Schulungen und Sensibilisierung haben sowohl für Unternehmen in der Fertigungsindustrie als auch im globalen Benchmark höchste Investitionspriorität (51% gegenüber 53%). Angesichts des hohen Anteils an Mitarbeitern in operativen Bereichen überrascht dies nicht: Richtlinien, Verfahren und Erwartungen müssen über verschiedene Standorte, Schichten und Tätigkeitsbereiche hinweg konsistent vermittelt werden.
Interne Untersuchungen stehen mit 39% an zweiter Stelle und damit acht Prozentpunkte über dem globalen Durchschnitt. Unternehmen in der Fertigungsindustrie befassen sich häufig mit Themen rund um Fehlverhalten am Arbeitsplatz, Sicherheit, Arbeitspraktiken und operative Compliance. Dieses Umfeld erfordert umfassende Untersuchungskapazitäten und eine enge Zusammenarbeit zwischen Compliance-, Personal-, Rechts- und operativen Teams.
Unternehmen in der Fertigungsindustrie legen außerdem größeren Wert auf die Due Diligence von Dritten als Unternehmen in anderen Branchen (29% gegenüber 24%). Aufgrund ihrer Abhängigkeit von zahlreichen Lieferanten und Auftragnehmern sowie globalen Lieferketten ist Transparenz über Risiken durch Dritte ein besonders wichtiger Bestandteil ihres Compliance- und Risikomanagements.
Im Gegensatz dazu ist für Initiativen zur Unternehmenskultur und Speak-up-Kultur mit nur 19% der geringste Investitionsumfang vorgesehen – sechs Prozentpunkte unter dem bereits niedrigen globalen Benchmark von 25%. Dieses Ergebnis deckt sich mit dem geringeren Meldevolumen in der Fertigungsindustrie.
- So fördern Unternehmen in der Fertigungsindustrie eine Speak-up-Kultur
Bei der Stärkung ihrer Speak-up-Kultur konzentrieren sich Unternehmen in der Fertigungsindustrie vor allem darauf, leicht zugängliche Meldekanäle bereitzustellen. Meldekanäle, die anonyme Meldungen ermöglichen, sind mit 57% die am häufigsten genannte Maßnahme, gegenüber 53% weltweit.
Interessanterweise haben Initiativen zur Unternehmenskultur und Speak-up-Kultur zwar die niedrigste Investitionspriorität innerhalb der Ethik- und Compliance-Programme von Fertigungsunternehmen, doch die regelmäßige Vermittlung von Speak-up-Erwartungen im Rahmen von Onboarding oder Schulungen steht mit 54% an zweiter Stelle und liegt damit deutlich über dem globalen Benchmark. Dies deutet darauf hin, dass Unternehmen in der Fertigungsindustrie beim Aufbau ihrer Speak-up-Kultur eher einen praxisorientierten Ansatz verfolgen: Sie integrieren die Erwartungen an das Meldeverhalten in bestehende Schulungsmaßnahmen, anstatt in eigenständige Kulturinitiativen zu investieren.
Angesichts der starken Abhängigkeit der Branche von Lieferanten, Auftragnehmern und Lieferketten ist auch die Möglichkeit für Dritte, Fehlverhalten über das unternehmenseigene Meldesystem zu melden, eine wichtige Maßnahme. 42% der Befragten gaben an, diese Möglichkeit anzubieten.
Die Überwachung besonders gefährdeter Personen, darunter Zeugen in Untersuchungen, auf mögliche Vergeltungsmaßnahmen liegt mit 22% auf dem letzten Platz. Hier bietet sich Unternehmen die Möglichkeit, das Vertrauen in ihre Meldesysteme weiter zu stärken und Mitarbeiter darin zu bestärken, Bedenken ohne Angst vor negativen Konsequenzen anzusprechen.
- Untersuchungen dauern in der Fertigungsindustrie länger
35% der Befragten aus der Fertigungsindustrie nennen zu lange dauernde oder ins Stocken geratene Untersuchungen ohne Abschluss als eine der größten Herausforderungen für ihre Speak-up-Kultur, gegenüber 28% weltweit.
Dieses Ergebnis wird durch die Daten des NAVEX 2026 Whistleblowing & Incident Management Benchmark Report bestätigt. Während die durchschnittliche Fallabschlusszeit branchenübergreifend bei 28 Tagen liegt, benötigen Unternehmen in der Fertigungsindustrie durchschnittlich 35 Tage, um einen Fall abzuschließen.
Auch wenn diese Kennzahlen unterschiedliche Aspekte von Untersuchungen abbilden, ist der Unterschied bemerkenswert. Die Umfrageergebnisse zeigen, dass Untersuchungen als langwierig wahrgenommen werden – und die Benchmark-Daten bestätigen, dass Unternehmen in der Fertigungsindustrie Fälle tatsächlich langsamer abschließen als im globalen Durchschnitt.
- Mehr Sichtbarkeit ist entscheidend für eine stärkere Speak-up-Kultur in der Fertigungsindustrie
Die Verbesserung der Sichtbarkeit oder Zugänglichkeit interner Meldekanäle ist die am häufigsten genannte Maßnahme, die Unternehmen in der Fertigungsindustrie in den vergangenen 12 Monaten zur Stärkung ihrer internen Meldekultur ergriffen haben. Mit 50% liegt der Anteil 10 Prozentpunkte über dem globalen Benchmark.
Dieses Ergebnis ist besonders bemerkenswert, da das Meldevolumen in der Fertigungsindustrie weiterhin unter dem globalen Durchschnitt liegt. Anstatt niedrigere Melderaten als unvermeidlich hinzunehmen, arbeiten Unternehmen in der Fertigungsindustrie aktiv daran, die Bekanntheit und Zugänglichkeit ihrer Meldekanäle zu verbessern. Die Daten deuten darauf hin, dass viele Unternehmen eine bessere Sichtbarkeit der Meldekanäle als wichtigen Hebel betrachten, um Vertrauen zu stärken, die Meldebereitschaft zu erhöhen und langfristig eine stärkere Speak-up-Kultur aufzubauen.
10. Strategische Überlegungen für Führungskräfte in der Fertigungsindustrie
Erkenntnisse in die Praxis umsetzen: Was dies für Führungskräfte in der Fertigungsindustrie bedeutet
Die Unterschiede zwischen den Benchmarks der Fertigungsindustrie und den globalen Benchmarks sind nicht einfach nur statistische Abweichungen. Sie spiegeln die operativen Herausforderungen wider, die mit dem Compliance-Management an verteilten Standorten, mit einem hohen Anteil an Mitarbeitern in operativen Bereichen, komplexen Lieferketten und anspruchsvollen Produktionsumgebungen verbunden sind.
Erstens: Mehr Transparenz über Risiken in der Belegschaft und im operativen Geschäft schaffen.
Unternehmen in der Fertigungsindustrie verzeichnen im Median ein geringeres Meldevolumen als der globale Benchmark, gleichzeitig ist Fehlverhalten am Arbeitsplatz die am häufigsten gemeldete Risikokategorie. Führungskräfte sollten prüfen, ob Mitarbeiter über verschiedene Schichten, Standorte und Tätigkeitsbereiche hinweg einfachen Zugang zu Meldekanälen haben und ausreichend Vertrauen besitzen, um Bedenken anzusprechen. Mehr Transparenz über bestehende Risiken ist der erste Schritt, um diese wirksam zu steuern.
Zweitens: Untersuchungskapazitäten an die operative Komplexität anpassen.
Befragte aus der Fertigungsindustrie nennen langwierige Untersuchungen häufiger als Herausforderung und die Benchmark-Daten bestätigen längere Fallabschlusszeiten. Unternehmen sollten ihre Untersuchungsworkflows, die Ressourcenverteilung und die funktionsübergreifende Zusammenarbeit überprüfen, damit Bedenken standortübergreifend effizient und konsistent bearbeitet werden können.
Drittens: Speak-up-Maßnahmen über Onboarding und Schulungen hinaus ausbauen.
Unternehmen in der Fertigungsindustrie vermitteln Speak-up-Erwartungen häufiger über Onboarding und Schulungen als Unternehmen im globalen Vergleich. Das geringere Meldevolumen deutet jedoch darauf hin, dass Sensibilisierung allein möglicherweise nicht ausreicht. Führungskräfte sollten diese Maßnahmen durch kontinuierliche Kommunikation, die Einbindung von Führungskräften und gezielte Speak-up-Initiativen ergänzen, damit Meldekanäle für die gesamte Belegschaft sichtbar und leicht zugänglich bleiben.
Und schließlich: Messen, was wirklich zählt.
Unternehmen in der Fertigungsindustrie setzen bei der Bewertung der Programmwirksamkeit stark auf die Überprüfung von Richtlinien, Gap-Analysen und operative Kennzahlen. Diese liefern wertvolle Erkenntnisse. Führungskräfte sollten jedoch auch die Meldeaktivität, die Effektivität von Untersuchungen und die Mitarbeiterbeteiligung im Blick behalten, damit Compliance-Programme eng mit der Arbeitsrealität der Belegschaft verbunden bleiben.
Führungskräfte in der Fertigungsindustrie, die mehr Transparenz über Risiken schaffen, ihre Speak-up-Kultur aktiv stärken und die Effektivität ihrer Untersuchungen verbessern, sind besser aufgestellt, um sich in einem zunehmend komplexen Umfeld erfolgreich zu bewegen.




