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Was ist GRC? Governance, Risiko & Compliance verstehen und warum sie wichtig sind

Governance, Risiko und Compliance (GRC) beschreibt, wie Unternehmen Aufsicht, Risikomanagement und regulatorische Anforderungen über ihre Geschäftsbereiche hinweg koordinieren.

Viele Unternehmen beginnen damit, diese Aufgaben eher informell zu organisieren. Ein Team kümmert sich beispielsweise um Richtlinien, ein anderes verfolgt rechtliche Verpflichtungen und wieder ein anderes stellt Nachweise bereit, wenn Wirtschaftsprüfer, Aufsichtsbehörden oder Unternehmenskunden diese anfordern. Eine Zeit lang kann das funktionieren. Doch mit einer wachsenden Zahl an Kunden, dem Eintritt in neue Märkte, der Zusammenarbeit mit mehr Drittparteien oder zunehmenden regulatorischen Anforderungen wird dieser Ansatz immer schwieriger aufrechtzuerhalten.

Inzwischen verändern KI-gestützte Tools auch die Art und Weise, wie Teams die Workflows ihrer Programme unterstützen. GRC bildet jedoch weiterhin den Governance-Rahmen, um diese Möglichkeiten verantwortungsvoll einzusetzen.

Auf Grundlage unserer 35-jährigen globalen Erfahrung im Risiko- und Compliance-Management erklärt dieser Leitfaden, was GRC bedeutet, warum es wichtig ist und was Sie beim Aufbau Ihres GRC-Programms wissen sollten.

In diesem Leitfaden

  • Wofür steht GRC?
  • Warum Governance, Risiko und Compliance wichtig sind
  • Die zentrale Rolle von GRC in Ihrem Unternehmen
  • Die Risiken eines schlecht geplanten oder manuellen GRC-Programms
  • Die wichtigsten Vorteile eines GRC-Programms
  • Gängige GRC-Frameworks
  • Für wen ist GRC relevant?
  • Häufige Herausforderungen bei GRC
  • GRC-Herausforderungen in verschiedenen Branchen und Regionen
  • So starten Sie mit Ihrem GRC-Programm
  • So bewerten Sie den Reifegrad Ihres GRC-Programms
  • Strategien mit GRC-Tools und -Software erfolgreich umsetzen
  • Häufig gestellte Fragen zu GRC

Wofür steht GRC und wie funktionieren die einzelnen Bereiche?

GRC steht für Governance, Risiko und Compliance. Jeder dieser Bereiche erfüllt eine eigene Funktion, doch gemeinsam bestimmen sie, wie ein Unternehmen Entscheidungen trifft, Verpflichtungen erfüllt und mit Risiken umgeht.

So kann beispielsweise eine nicht erfüllte Compliance-Anforderung ein Risiko verursachen, ein nicht gesteuertes Risiko eine Lücke in der Governance aufzeigen und eine Geschäftsentscheidung, die ohne den notwendigen Kontext getroffen wird, zu Compliance-Risiken führen.

Im Folgenden erfahren Sie, was die einzelnen Begriffe innerhalb von GRC bedeuten und welche Funktion sie in Ihrem Unternehmen erfüllen:

Governance

Governance beschreibt, wie ein Unternehmen seine strategische Ausrichtung festlegt und klare Verantwortlichkeiten sicherstellt. Sie definiert, wie Entscheidungen getroffen werden, wer für wichtige Aufgaben verantwortlich ist und wie Themen eskaliert werden sollten, wenn sich Rahmenbedingungen ändern.

Eine starke Governance unterstützt auch den verantwortungsvollen Einsatz von KI, indem klar geregelt ist, welche Tools eingesetzt werden dürfen, wer dafür verantwortlich ist und wie ihre Nutzung überprüft werden sollte.

Risiko

Risikomanagement hilft einem Unternehmen zu verstehen, welche Faktoren das Erreichen seiner Ziele gefährden könnten. Diese Risiken können sich aus betrieblichen Abläufen, Drittparteien, neuen Technologien, regulatorischen Änderungen oder dem Verhalten von Mitarbeitern ergeben.

Durch die Bewertung von Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkungen können Teams entscheiden, wo Kontrollen erforderlich sind und welche Risiken besondere Aufmerksamkeit benötigen.

Compliance

Compliance bedeutet, die für das Unternehmen geltenden Gesetze, Vorschriften, Standards und internen Anforderungen einzuhalten. Dazu gehört auch, entsprechende Nachweise über deren Einhaltung zu führen.

Mitarbeiter spielen eine wichtige Rolle für Compliance, da die Einhaltung vieler Anforderungen davon abhängt, wie sie im Arbeitsalltag handeln. Sie müssen die für ihre Aufgaben relevanten Richtlinien kennen, vorgeschriebene Schulungen absolvieren, den Verhaltenskodex einhalten und wissen, wie sie Fragen stellen oder Bedenken melden können.

Warum Governance, Risiko und Compliance wichtig sind

Governance, Risiko und Compliance sind wichtig, weil Unternehmen eine verlässliche Aufsicht benötigen, wenn sich Verantwortlichkeiten auf immer mehr Teams, Systeme, Lieferanten und Märkte verteilen.

Viele Unternehmen beginnen mit eher informellen Prozessen. Die Rechtsabteilung verfolgt möglicherweise regulatorische Anforderungen, HR verwaltet Richtlinien und Schulungen, die Finanzabteilung bereitet Audits vor und die IT kümmert sich um Sicherheitsanforderungen. In kleineren Unternehmen kann das funktionieren. Doch mit zunehmenden Verpflichtungen oder wenn Kunden, Wirtschaftsprüfer und Aufsichtsbehörden Nachweise anfordern, stößt dieser Ansatz zunehmend an seine Grenzen.

Wenn GRC-Aufgaben an verschiedenen Stellen im Unternehmen angesiedelt sind, fehlt Führungskräften häufig der klare Überblick darüber, wo sich Risiken entwickeln und ob Anforderungen durchgängig erfüllt werden. Probleme werden dann möglicherweise erst durch eine Feststellung im Rahmen eines Audits, einen Vorfall oder eine Anfrage einer Aufsichtsbehörde sichtbar.

Ein koordinierter Ansatz verbindet Verantwortlichkeiten und Daten, sodass Sie Probleme früher erkennen und auf einer besseren Informationsgrundlage reagieren können. Gleichzeitig trägt er dazu bei, eine ethische Unternehmenskultur zu stärken. Mitarbeiter halten Standards eher ein, wenn Erwartungen klar formuliert, Schulungen relevant und Meldekanäle einfach zu nutzen sind.

Die zentrale Rolle von GRC in Ihrem Unternehmen

GRC unterstützt die Entscheidungsfindung im Arbeitsalltag, indem Verantwortlichkeiten und Aufsicht über verschiedene Teams hinweg klar und einheitlich geregelt werden.

Richtlinien, Kontrollen, Schulungen und Meldeprozesse sind häufig in unterschiedlichen Abteilungen angesiedelt. Ein GRC-Programm führt diese Bereiche zusammen und schafft einen gemeinsamen Überblick. So können Teams Muster frühzeitig erkennen, anstatt darauf zu warten, dass ein Audit, ein Vorfall oder eine einzelne Meldung eine Lücke aufdeckt. Die damit geschaffenen Strukturen helfen Teams außerdem, klare Standards einzuhalten, während KI-Tools zunehmend Teil des Arbeitsalltags werden.

So können Führungskräfte konkrete Fragen beantworten:

  • Erfüllen wir die Anforderungen im gesamten Unternehmen einheitlich?
  • Wo entstehen Risiken durch betriebliche Abläufe, Technologien oder Drittparteien?
  • Welche Risiken erfordern unsere Aufmerksamkeit und welche können wir vorerst weiter beobachten?

Die Risiken eines schlecht geplanten oder manuellen GRC-Programms

Wenn Governance-, Risiko- und Compliance-Aufgaben mithilfe von Tabellenkalkulationen verwaltet oder auf verschiedene Teams verteilt werden, wird es schwieriger, den Überblick zu behalten. Informationen sind möglicherweise irgendwo vorhanden, doch Teams können oft nur schwer beurteilen, ob sie aktuell und vollständig sind und wer dafür verantwortlich ist.

Zu den häufigen Problemen manueller oder schlecht koordinierter GRC-Programme gehören:

  • Doppelte Arbeit in verschiedenen Teams – Unterschiedliche Abteilungen bewerten dieselben Risiken oder führen separate Richtlinienaufzeichnungen, ohne zu erkennen, dass sich ihre Aufgaben überschneiden
  • Kritische Risiken werden übersehen – Bekannte Risiken erhalten Aufmerksamkeit, während andere kaum überwacht werden, weil Verantwortlichkeiten und Prozesse nicht klar geregelt sind
  • Reaktive Vorbereitung auf Audits – Anstatt Nachweise kontinuierlich zu pflegen, müssen Teams die erforderlichen Unterlagen erst zusammentragen, wenn ein Audit ansteht
  • Probleme werden zu spät eskaliert – Frühzeitige Warnsignale werden übersehen, weil Melde- und Überwachungsprozesse nicht einheitlich sind
  • Richtlinien verlieren mit der Zeit an Aktualität – Anforderungen ändern sich, doch interne Richtlinien und Verfahren werden nicht durchgängig in allen Teams aktualisiert

Die wichtigsten Vorteile eines GRC-Programms

Ein GRC-Programm hilft Unternehmen, Risiken und Compliance-Aufgaben einheitlicher zu steuern, Verantwortlichkeiten klarer zu definieren und einen besseren Überblick über verschiedene Teams hinweg zu schaffen.

Mehr Transparenz über operative Risiken

Teams können Risiken einheitlich nachverfolgen, erkennen, wo Risiken bestehen, und beurteilen, ob vorhandene Kontrollen wirksam sind.

Geringere Compliance-Risiken

Klare Verantwortlichkeiten helfen Teams, nicht erfüllte Verpflichtungen, veraltete Richtlinien und unzureichende Kontrollen frühzeitig zu erkennen, bevor sie zu Feststellungen bei Audits oder regulatorischen Maßnahmen führen.

Verlässlichere Berichterstattung

Gemeinsam genutzte Programmdaten helfen Führungskräften zu beurteilen, ob Risiken angemessen gesteuert und erforderliche Folgemaßnahmen umgesetzt werden.

Effizientere Audits

Aktuelle Dokumentationen und leicht zugängliche Nachweise reduzieren den Zeitaufwand für Teams, wenn zu Beginn eines Audits die erforderlichen Unterlagen zusammengestellt werden müssen.

Fundiertere strategische Entscheidungen

Führungskräfte können Risiken, Verpflichtungen und verfügbare Ressourcen gegeneinander abwägen und so Entscheidungen mit größerer Sicherheit treffen. Das hilft dem Unternehmen, die richtigen Prioritäten zu setzen und reaktive Entscheidungen zu vermeiden, die Unternehmenskultur und Vertrauen beeinträchtigen könnten.

Gängige GRC-Vorschriften und -Frameworks

GRC-Vorschriften

Eine GRC-Vorschrift ist eine gesetzliche oder regulatorische Anforderung, die Unternehmen Vorgaben dazu macht, wie sie ihre Geschäftstätigkeit steuern, Risiken managen oder die Einhaltung von Vorschriften nachweisen. Diese Anforderungen betreffen unter anderem Datenschutz, Finanzberichterstattung, Verhalten am Arbeitsplatz, Cybersicherheit, die Überwachung von Drittparteien und den Einsatz von KI.

Zu den derzeit relevanten Gesetzen und Vorschriften gehören:

  • Der EU AI Act – als erste umfassende KI-Regulierung dieser Art legt der EU AI Act risikobasierte Anforderungen für den Einsatz und die Governance bestimmter KI-Systeme fest
  • Die Datenschutz-Grundverordnung ( DSGVO) – regelt, wie Unternehmen personenbezogene Daten erheben, verwenden und schützen
  • HIPAA – schreibt in den USA Schutzmaßnahmen für bestimmte Gesundheitsinformationen vor
  • SOX – verpflichtet börsennotierte US-Unternehmen zur Einhaltung von Standards für die Finanzberichterstattung und interne Kontrollen
  • CCPA/CPRA – gewährt Verbrauchern in Kalifornien Rechte hinsichtlich der Erhebung, Verwendung und Weitergabe ihrer personenbezogenen Daten durch Unternehmen

GRC-Frameworks

Während ein GRC- oder KI-Framework im Gegensatz zu einer Vorschrift nicht rechtlich bindend ist, bietet es Ihrem Team einen anerkannten Rahmen für die Strukturierung von GRC-Aufgaben. Unternehmen können auf etablierten Leitlinien aufbauen, anstatt bei null anzufangen, und Risiken dadurch einheitlicher steuern.

Zu den gängigen GRC-Frameworks und Leitlinien gehören:

  • ISO 27001 – bietet Leitlinien für das Management der Informationssicherheit und den Schutz sensibler Daten
  • COSO – unterstützt Unternehmen dabei, interne Kontrollen und das unternehmensweite Risikomanagement zu stärken
  • COBIT – verknüpft IT-Governance mit Unternehmenszielen und Technologierisiken
  • NIST Cybersecurity Framework – strukturiert das Management von Cybersicherheitsrisiken rund um Prävention, Erkennung, Reaktion und Wiederherstellung
  • OCEG – bietet ein Modell für integrierte Governance-, Risiko- und Compliance-Programme
Two people work together at a desk, looking intently at a computer screen. One person is sitting and using the keyboard, while the other stands nearby, holding a pencil and notepad, appearing focused and engaged in discussion.

Für wen ist GRC relevant?

GRC ist für alle Teams relevant, die Risiko- und Compliance-Entscheidungen transparent, einheitlich und nachvollziehbar treffen müssen. Dazu gehören Compliance, Risikomanagement, Rechtsabteilung, HR, IT, Einkauf, Finanzabteilung und Führungskräfte. Selbst wenn es noch keine eigene GRC-Funktion gibt, finden entsprechende Aufgaben bereits in verschiedenen Bereichen des Unternehmens statt – von der Bewertung von Lieferanten bis zum Management der Mitarbeiter-Compliance.

Einige Beispiele dafür, wie sich eine GRC-Strategie auf Geschäftsentscheidungen auswirken kann:

  • Der Vertrieb muss Nachweise für SOC 2-Kontrollen vorlegen, bevor ein Vertrag mit einem Unternehmenskunden abgeschlossen werden kann
  • HR muss bestätigen, dass bei einem Fall im Bereich Mitarbeiterbeziehungen der vorgesehene Untersuchungsprozess eingehalten wurde
  • Der Einkauf kann einen Callcenter-Anbieter nicht freigeben, weil bei der Due-Diligence-Prüfung eine frühere Datenschutzverletzung festgestellt wurde
  • Die IT muss nachweisen, dass ein neues Software-Update innerhalb der festgelegten Fristen ausgerollt wurde
  • Die Rechtsabteilung muss klären, welche Anforderungen des EU AI Act gelten, bevor KI-Funktionen in einem Produkt eingeführt werden
  • Die Finanzabteilung muss nach einer Feststellung bei einem Audit nachweisen, dass Schwachstellen bei den Kontrollen zur Rechnungsfreigabe behoben wurden

Eine GRC-Strategie schafft für diese Teams eine gemeinsame Grundlage. So lassen sich Entscheidungen leichter koordinieren und notwendige Folgemaßnahmen gehen an den Schnittstellen zwischen verschiedenen Funktionen nicht verloren.

Häufige Herausforderungen bei GRC

Der Aufbau eines GRC-Programms kann schwierig sein, wenn nicht klar geregelt ist, wer für welche Aufgaben verantwortlich ist und wie diese einheitlich gesteuert werden sollen.

Zu den häufigsten Herausforderungen gehören:

  • Unklare Verantwortlichkeiten – Teams gehen möglicherweise davon aus, dass jemand anderes für ein Risiko, eine Richtlinie oder eine Kontrolle verantwortlich ist
  • Nicht miteinander verbundene Systeme – Tabellenkalkulationen, E-Mail-Postfächer und separate Tools erschweren eine verlässliche Berichterstattung
  • Sich ändernde Anforderungen – Neue Vorschriften, Kundenerwartungen oder der Einsatz von KI können neue Verpflichtungen schaffen, bevor die entsprechenden Verantwortlichkeiten geklärt sind
  • Geringes Bewusstsein bei Mitarbeitern – Richtlinien lassen sich schwerer umsetzen, wenn Mitarbeiter nicht wissen, was von ihnen erwartet wird oder an wen sie sich mit Bedenken wenden können

GRC-Herausforderungen in verschiedenen Branchen und Regionen

GRC sieht nicht in jedem Unternehmen gleich aus. Banken, Gesundheitsdienstleister, Softwareunternehmen und Unternehmen der Fertigungsindustrie benötigen gleichermaßen eine wirksame Aufsicht, stehen jedoch vor unterschiedlichen Herausforderungen.

Einige Unternehmen müssen nachweisen, wie sie Kundendaten schützen. Andere müssen Prüfungen von Lieferanten, Sicherheitskontrollen, Prozesse der Finanzberichterstattung oder Schulungsnachweise für Mitarbeiter dokumentieren. Ist ein Unternehmen in mehreren Regionen tätig, können sich diese Anforderungen je nach lokalen Gesetzen, Aufsichtsbehörden und Kundenanforderungen zusätzlich unterscheiden.

Finanzdienstleistungen

Finanzdienstleister müssen eine wirksame Aufsicht in Bereichen wie Betrugsprävention, Finanzberichterstattung, Geldwäscheprävention und Kundenschutz nachweisen – häufig gegenüber mehreren Aufsichtsbehörden gleichzeitig.

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Gesundheitswesen und Life Sciences

Unternehmen im Gesundheitswesen und in den Life Sciences verarbeiten sensible Patienten- und Forschungsdaten und müssen gleichzeitig strenge Anforderungen an Datenschutz, klinische Prozesse und Sicherheit erfüllen. Vorschriften wie HIPAA und DSGVO bestimmen, wie Gesundheitsdaten gespeichert, abgerufen und weitergegeben werden.

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Fertigungsindustrie und Lieferkette

Unternehmen der Fertigungsindustrie steuern Risiken in Bereichen wie Produktqualität, Arbeitssicherheit, Lieferantenkontrolle und Betriebsunterbrechungen. Standards wie ISO 9001 und ISO 45001 bieten Leitlinien für Qualitätsmanagement und Arbeitssicherheit.

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Technologie, Software und SaaS

Technologieunternehmen müssen häufig nachweisen, wie sie Kundendaten schützen und ihre Systeme absichern. Datenschutzvorschriften wie DSGVO und CCPA sowie Prüfstandards wie SOC 2 beeinflussen, wie Unternehmen Kundendaten und Systeme über die reine Erfüllung gesetzlicher Anforderungen hinaus schützen.

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Behörden und öffentlicher Sektor

Organisationen des öffentlichen Sektors müssen Rechenschaftspflichten erfüllen und gleichzeitig sensible Systeme, öffentliche Daten und kritische Infrastrukturen schützen. Frameworks wie das NIST Cybersecurity Framework dienen häufig als Orientierung für das Management von Cybersicherheitsrisiken.

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Einzelhandel und E-Commerce

Unternehmen im Einzelhandel und E-Commerce müssen die Sicherheit von Zahlungsvorgängen, den Schutz von Kundendaten und die Verarbeitung großer Datenmengen steuern. Standards wie PCI DSS bestimmen, wie Zahlungssysteme abgesichert werden, während Datenschutzvorschriften die Erhebung und Nutzung von Kundendaten regeln. Neuere Vorschriften wie SB 553 schaffen zusätzliche Anforderungen an die Schulung von Mitarbeitern.

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So starten Sie mit Ihrem GRC-Programm

Sie müssen nicht sofort ein vollständiges GRC-Programm aufbauen. Beginnen Sie mit den Bereichen, die die größten Risiken mit sich bringen, und schaffen Sie anschließend klare Verantwortlichkeiten und einfach zu handhabende Überprüfungsprozesse.

1. Verpflichtungen erfassen

Ermitteln Sie, welche Gesetze, Vorschriften, Standards, Verträge und internen Anforderungen Ihr Unternehmen erfüllen muss. So erhalten Sie einen besseren Überblick darüber, welche Anforderungen für Ihr Unternehmen gelten und wo klare Verantwortlichkeiten erforderlich sind.

2. Grundlegende Risikobewertung durchführen

Erfassen Sie die Risiken, die sich auf Ihr Unternehmen auswirken könnten, und nutzen Sie die Risiken mit der höchsten Priorität, um Ihre wesentlichen Kontrollen an den regulatorischen Anforderungen auszurichten. Dazu können Compliance-Risiken, Betriebsunterbrechungen, Drittparteienrisiken, menschliche Risiken oder regulatorische Risiken gehören.

3. Verantwortlichkeiten festlegen

Weisen Sie jeder wesentlichen Verpflichtung, jedem Risiko und jeder Kontrolle eine klar verantwortliche Person zu. Führungskräfte, Compliance, HR, IT, Rechts- und Finanzabteilung sowie Verantwortliche in den Geschäftsbereichen können dabei unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Alle an GRC beteiligten Teams müssen wissen, wer den Fortschritt bei einem Ziel überprüft und wer handeln muss, wenn sich etwas ändert.

4. Richtlinien und Prozesse überprüfen

Prüfen Sie, ob Ihre Richtlinien aktuell und leicht zugänglich sind und durch die richtigen Prozesse unterstützt werden.

Dazu können Mitarbeiterschulungen, Ihre Whistleblowing-Hotline, Ihr Verhaltenskodex, das Management von Offenlegungen, die Überprüfung und Überwachung von Drittparteien sowie ein Prozess für das kontinuierliche Management regulatorischer Änderungen gehören.

5. Regelmäßige Überprüfungen festlegen

Überprüfen Sie Ihr Programm regelmäßig, damit Richtlinien, Kontrollen und Verantwortlichkeiten weiterhin auf Ihre Risiken und regulatorischen Anforderungen abgestimmt sind. Nutzen Sie Ergebnisse aus der laufenden Überwachung und Feststellungen aus Audits, um zu erkennen, wo Anpassungen erforderlich sind.

6. Entwicklung kontinuierlich bewerten

Prüfen Sie regelmäßig, ob Ihre bestehenden Tools weiterhin die Anforderungen Ihres GRC-Programms erfüllen. Wenn Verantwortlichkeiten sowie Anforderungen an Nachweise und Berichterstattung zunehmen, bieten Tabellenkalkulationen oder nicht miteinander verbundene Systeme Ihren Teams möglicherweise nicht mehr die notwendige Transparenz.

Mit einer dedizierten GRC-Softwareplattform erhalten Sie einen umfassenden Überblick über miteinander verknüpfte Daten und die Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Bereichen Ihres Programms.

So bewerten Sie den Reifegrad Ihres GRC-Programms

Der GRC-Reifegrad zeigt, wie gut Ihr Programm mit veränderten Geschäftsanforderungen Schritt halten kann. Ein weniger ausgereiftes Programm kann beispielsweise davon abhängen, dass einzelne Personen wissen, welche Aufgaben wann erledigt werden müssen. Ein ausgereifteres Programm zeichnet sich dagegen durch klarere Verantwortlichkeiten, eine verlässlichere Berichterstattung und strukturierte Prozesse aus, die auch dann funktionieren, wenn sich Anforderungen, Risiken oder Teamstrukturen verändern.

Wenn Ihr GRC-Programm bereits etabliert ist, hilft eine Reifegradbewertung dabei, zu erkennen, was gut funktioniert und wo Verbesserungspotenzial besteht.

Nutzen Sie unsere Reifegradbewertung, um den aktuellen Stand Ihres Programms zu bewerten und empfohlene nächste Schritte für dessen Weiterentwicklung zu identifizieren. Ausgereiftere Programme können außerdem GRC-Analysen und Benchmarking nutzen, um ihre Leistung im Zeitverlauf mit internen Zielen, Branchendaten oder Vergleichswerten ähnlicher Unternehmen zu vergleichen.

GRC-Strategien mit Tools und Software gezielt unterstützen

GRC-Software hilft Teams dabei, Verpflichtungen, Risiken, Kontrollen, Nachweise, Berichterstattung und Workflows miteinander zu verknüpfen, wenn das Programm wächst. Anstatt mit separaten Dateien oder manuellen Aktualisierungen zu arbeiten, können Teams ihre Aufgaben zentral verwalten und erkennen, wie sich Änderungen in einem Bereich auf andere Bereiche auswirken. Wenn dieselbe Kontrolle mehrere Anforderungen unterstützt, können Teams sie einmal verknüpfen und die entsprechenden Nachweise wiederverwenden, anstatt sie für jedes Audit oder jede Anfrage erneut zusammenzustellen.

KI-gestützte Funktionen können zudem sich wiederholende Aufgaben reduzieren, etwa das Zusammenführen von Nachweisen oder die Suche nach Programmdaten. Gleichzeitig stellen Governance-Kontrollen sicher, dass klare Verantwortlichkeiten für den Einsatz dieser Tools bestehen bleiben.

Häufig gestellte Fragen zu GRC

  • Welche Aktivitäten umfasst GRC?

    GRC umfasst alle Aufgaben, mit denen Ihre Teams Governance-Anforderungen festlegen, Risiken identifizieren und bewerten sowie Compliance-Anforderungen erfüllen. Typische Aktivitäten sind Richtlinienmanagement, Risikobewertungen, die Prüfung von Kontrollen, die Unterstützung bei Audits, das Management von Problemen und die Berichterstattung. Ziel ist es, auch bei sich ändernden Anforderungen eine einheitliche Aufsicht und verlässliche Nachweise sicherzustellen.

  • Wie unterscheiden sich Governance, Risiko und Compliance?

    Governance gibt durch Aufsicht und Entscheidungsprozesse die Richtung vor und legt Verantwortlichkeiten fest. Das Risikomanagement identifiziert Risiken, die das Erreichen von Zielen gefährden können, und priorisiert Maßnahmen anhand von Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkungen. Compliance konzentriert sich darauf, Gesetze, Vorschriften, Standards und interne Anforderungen einzuhalten und entsprechende Nachweise über deren Einhaltung zu führen.

  • Ist der EU AI Act ein GRC-Framework?

    Nein. Der EU AI Act ist eine verbindliche Rechtsvorschrift und kein freiwilliges GRC-Framework. Er schafft rechtliche Verpflichtungen für bestimmte KI-Systeme und deren Einsatz. GRC-Frameworks können Teams dabei helfen, die Erfüllung dieser Verpflichtungen zu strukturieren, zu überprüfen und nachzuweisen.

  • Benötigen auch kleine oder wachsende Unternehmen GRC?

    Ja, insbesondere wenn Risiko- und Compliance-Aufgaben bereits auf verschiedene Teams verteilt sind. Ein Unternehmen benötigt möglicherweise nicht sofort eine eigene GRC-Funktion, sollte aber dennoch über einen strukturierten Ansatz verfügen, um Verpflichtungen, Verantwortlichkeiten und Nachweise zu verwalten.

  • Was ist der Unterschied zwischen GRC und ERM?

    Enterprise Risk Management (ERM) konzentriert sich speziell auf unternehmensweite Risiken und häufig auf strategische und operative Risikoentscheidungen. GRC umfasst ERM, berücksichtigt darüber hinaus aber auch Governance-Strukturen und Compliance-Verpflichtungen. Viele Teams integrieren ihre ERM-Prozesse daher in ihr übergeordnetes GRC-Programm.

  • Was ist der Unterschied zwischen IT-Risikomanagement und GRC?

    IT-Risikomanagement konzentriert sich auf Technologierisiken wie Cybersicherheit, Verfügbarkeit und Datenintegrität. GRC umfasst IT-Risiken, berücksichtigt darüber hinaus aber auch allgemeine Geschäftsrisiken und Compliance-Verpflichtungen in Bereichen wie Finanzen, HR, betriebliche Abläufe und Drittparteien. GRC bietet einen übergreifenden Ansatz, wenn diese Bereiche gemeinsam betrachtet werden sollen.

  • Gehört GRC zur Cybersicherheit?

    GRC unterstützt die Cybersicherheit, ist aber nicht mit operativer Cybersicherheit gleichzusetzen. Cybersicherheit konzentriert sich darauf, Systeme und Daten vor Bedrohungen zu schützen. GRC definiert die Anforderungen an Governance, Risikomanagement und Compliance rund um die Cybersicherheit – einschließlich Aufsicht und entsprechender Nachweise.

  • Ist GRC Teil von ESG?

    GRC und ESG überschneiden sich insbesondere im Bereich Governance. GRC konzentriert sich auf Aufsicht, Risiken und Compliance-Verpflichtungen im gesamten Unternehmen. ESG berücksichtigt zusätzlich ökologische und soziale Aspekte und bringt häufig weitere Anforderungen an Berichterstattung und Risikomanagement mit sich.

  • Was bedeutet GRC?

    GRC bedeutet, Governance, Risiko und Compliance in einem gemeinsamen Programm zu verbinden. In der Praxis werden Aufsicht, Risikoentscheidungen und Compliance-Verpflichtungen miteinander verknüpft, sodass Verantwortlichkeiten klar bleiben und die Berichterstattung auch einer genaueren Prüfung standhält. Unternehmen nutzen GRC, um Lücken zu reduzieren und Audits sowie Überprüfungen planbarer zu gestalten.