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Three people in an office setting work together around a laptop. One person stands smiling and pointing at the screen, while the others sit, one looking at the laptop and one holding papers.

Wo KI im Whistleblowing und Fallmanagement zum Einsatz kommt

Vertrauen ist die Grundlage eines wirksamen Whistleblowing-Programms. Mitarbeiter und andere Hinweisgeber müssen darauf vertrauen können, dass sie Bedenken ohne Angst vor Vergeltungsmaßnahmen äußern können und ihre Meldungen ernst genommen, untersucht und angemessen bearbeitet werden.

Für Risiko- und Compliance-Teams bedeutet der Erhalt dieses Vertrauens mehr, als lediglich einen Meldekanal bereitzustellen. Sie müssen relevante Informationen erfassen, Vertraulichkeit gewährleisten, eingehende Meldungen priorisieren, Untersuchungen durchführen, mit Hinweisgebern kommunizieren und verstehen, was Vorfalldaten über die Risiken im Unternehmen aussagen.

Hier kann KI Ihre Mitarbeiter über den gesamten Melde- und Untersuchungsprozess hinweg unterstützen.

Einige Beispiele: Dialogbasierte Meldeprozesse können Hinweisgeber dabei unterstützen, relevante Informationen bereitzustellen, während Übersetzungsfunktionen die Kommunikation über Sprachgrenzen hinweg erleichtern. Bei Untersuchungen kann KI Fallinformationen und Nachweise zusammenfassen, Klassifizierungen vorschlagen und auf möglicherweise zusammenhängende Fälle hinweisen. Auf Programmebene können dialogbasierte Analysen Compliance-Verantwortlichen dabei helfen, Vorfall- und Benchmark-Daten mithilfe natürlich formulierter Fragen auszuwerten.

Diese Funktionen sollen menschliche Expertise unterstützen, nicht ersetzen. Untersuchende und Compliance-Verantwortliche bleiben dafür verantwortlich, KI-generierte Empfehlungen zu prüfen, ihr eigenes Urteilsvermögen einzubringen und alle Entscheidungen selbst zu treffen.

Wo herkömmliche Whistleblowing-Programme Risiken bergen

Programme für Whistleblowing und Fallmanagement umfassen sensible Informationen, komplexe Prozesse und Entscheidungen, die erhebliche Auswirkungen auf Hinweisgeber und Unternehmen haben können.

Einige häufige Herausforderungen können es erschweren, solche Programme wirksam zu managen.

Angst vor Vergeltungsmaßnahmen

Die Angst vor Vergeltungsmaßnahmen ist nach wie vor eine große Hürde, wenn es darum geht, Bedenken anzusprechen. Hinweisgeber befürchten möglicherweise, identifiziert, bloßgestellt, degradiert, suspendiert oder entlassen zu werden, nachdem sie eine Meldung abgegeben haben.

Um dem entgegenzuwirken, braucht es Meldeprozesse, die die Vertraulichkeit schützen und, wo angemessen, anonyme Meldungen ermöglichen.

Die Herausforderung besteht darin, genügend Informationen für die Untersuchung eines Hinweises zu erfassen, ohne die Entscheidung des Hinweisgebers für Anonymität zu gefährden. Dialogbasierte KI kann Hinweisgeber durch relevante Rückfragen führen und gleichzeitig ihre Anonymität wahren.

Eingeschränkter Zugang zu Meldekanälen

Hinweisgeber haben unterschiedliche Präferenzen, wenn es darum geht, Bedenken zu äußern. Manche fühlen sich mit einem digitalen Meldekanal wohler, insbesondere bei sensiblen Themen. Andere möchten lieber direkt mit einem geschulten Ansprechpartner sprechen.

Auch Sprache, Standort, Tätigkeit und Zugang zu Technologie beeinflussen, wie jemand eine Meldung abgibt.

Verschiedene Meldeoptionen – darunter Web-, Mobil- und Hotline-Kanäle – ermöglichen es Hinweisgebern, den für ihre jeweilige Situation passenden Weg zu wählen. Übersetzungsfunktionen tragen zusätzlich dazu bei, Sprachbarrieren in globalen Belegschaften abzubauen und damit eine wesentliche operative Hürde zu überwinden.

Uneinheitliche Kommunikation mit Hinweisgebern

Für Hinweisgeber endet der Meldeprozess nicht mit dem Absenden einer Meldung.

Die Kommunikation während einer Untersuchung trägt dazu bei, das Vertrauen darin zu stärken, dass das Unternehmen die geäußerten Bedenken ernst nimmt. Eine langsame, uneinheitliche oder ausbleibende Kommunikation kann hingegen das Gegenteil bewirken.

KI-gestützte Übersetzungen helfen Untersuchenden, auch nach Eingang einer Meldung sprachübergreifend mit Hinweisgebern zu kommunizieren. Sie können übersetzte Nachrichten prüfen und in ihrer bevorzugten Sprache antworten, während die ursprüngliche Kommunikation weiterhin verfügbar bleibt. So lassen sich Sprachbarrieren reduzieren, ohne die Untersuchenden aus einem sensiblen Dialog herauszunehmen.

Steigendes Meldevolumen erhöht den Druck auf Untersuchungsteams

Laut den NAVEX Benchmark-Daten 2026 zu Whistleblowing & Incident Management stellt das steigende Meldevolumen Untersuchungs- und Fallmanagementteams vor zunehmende Herausforderungen.

Wie KI bei der Erfassung und Ersteinschätzung von Meldungen unterstützen kann

Eine der praktischsten Einsatzmöglichkeiten von KI in Whistleblowing-Programmen beginnt bereits beim Eingang einer Meldung.

Herkömmliche Prozesse zur Meldungserfassung können dazu führen, dass Untersuchenden wichtige Informationen fehlen oder erheblicher manueller Aufwand erforderlich ist, um zu bestimmen, wie ein Fall eingeordnet und weitergeleitet werden soll. KI kann bei mehreren dieser Aufgaben unterstützen. Die Verantwortung dafür, die Informationen zu prüfen und über die nächsten Schritte zu entscheiden, bleibt jedoch bei den Untersuchenden.

Dialogbasierte Meldungen mit KI

Ein dialogbasierter KI-gestützter Meldeprozess kann Fragen an die Bedenken anpassen, die ein Hinweisgeber beschreibt. Statt ausschließlich einer festgelegten Abfolge von Fragen zu folgen, kann die KI gezielt relevante Informationen erfragen, die Untersuchenden dabei helfen, den gemeldeten Sachverhalt besser zu verstehen.

Hinweisgeber sollten dennoch jederzeit Zugang zu menschlicher Unterstützung haben – wenn sie diese wünschen oder wenn die jeweilige Situation besondere Aufmerksamkeit oder menschliches Urteilsvermögen erfordert.

Vorgeschlagene Fallklassifizierung

KI kann die Informationen einer Meldung analysieren und eine passende Art des Vorfalls oder Risikokategorie vorschlagen. Das reduziert wiederkehrende manuelle Klassifizierungsaufgaben und trägt zu einer einheitlicheren Einordnung von Fällen bei. Untersuchende gleichen die vorgeschlagene Klassifizierung mit den Fallinformationen ab und entscheiden, ob sie übernommen wird.

Zusammenfassung von Fällen

Umfangreiche Falldokumentationen gründlich zu prüfen, kostet Zeit – insbesondere wenn Untersuchende einen Fall übernehmen, mit der Ersteinschätzung beginnen oder andere Stakeholder informieren müssen.

KI-generierte Zusammenfassungen können wichtige Fallinformationen übersichtlich aufbereiten und Untersuchenden so einen schnelleren Einstieg ermöglichen. Gleichzeitig bleiben die zugrunde liegenden Informationen für die Überprüfung zugänglich.

Noch wertvoller wird KI, wenn sie relevanten Compliance-Kontext berücksichtigt und dadurch zusätzliche Erkenntnisse für die Fallprüfung liefern kann. Funktionen von NAVEX One wie die KI-gestützte Überarbeitung von Fallnotizen sowie die KI-gestützte Zusammenfassung von Vorfällen und Anhängen helfen Untersuchenden, wichtige Informationen schneller zu erfassen und klarer zu dokumentieren. So schaffen sie eine fundiertere Grundlage für die Analyse von Meldungen.

KI kann Untersuchenden helfen, Zusammenhänge zwischen Fällen zu erkennen

Eine einzelne Meldung liefert Compliance-Teams nie alle Informationen, die sie benötigen, um die Risiken im Unternehmen vollständig zu verstehen.

Muster können sich über mehrere Fälle hinweg zeigen – etwa bei ähnlichem Verhalten, an bestimmten Standorten, in Abteilungen oder bei beteiligten Personen. Solche Zusammenhänge manuell zu erkennen, kann jedoch eine umfangreiche Suche und Prüfung erfordern.

KI kann auf möglicherweise zusammenhängende Fälle hinweisen und zugleich Informationen dazu liefern, warum eine Verbindung vorgeschlagen wurde. Untersuchende prüfen anschließend die betreffenden Fälle, bewerten den vorgeschlagenen Zusammenhang und entscheiden, ob dieser tatsächlich relevant ist.

Das Erkennen solcher Zusammenhänge hilft Teams, wiederkehrende Verhaltensweisen oder sich abzeichnende Muster früher zu erkennen. Die KI stellt relevante Informationen zur Prüfung bereit – die Untersuchenden entscheiden, was diese bedeuten und ob daraus Maßnahmen erforderlich sind.

KI kann bei der Prüfung von Nachweisen und der Dokumentation von Untersuchungen unterstützen

Untersuchungen können umfangreiche Dokumente, Bilder und andere Anhänge umfassen, die sorgfältig geprüft werden müssen. Steigt die Zahl der Fälle, kostet es Untersuchende wertvolle Zeit, zu bestimmen, welche Nachweise zuerst geprüft werden sollten.

KI-generierte Zusammenfassungen von Anhängen können Untersuchenden einen schnellen Überblick über die vorliegenden Nachweise geben und ihnen helfen zu priorisieren, welche Inhalte genauer geprüft werden müssen.

Die zugrunde liegenden Nachweise bleiben dabei die maßgebliche Informationsquelle. Untersuchende sollten KI-generierte Zusammenfassungen stets mit dem Originalmaterial abgleichen, bevor sie Schlussfolgerungen ziehen oder Maßnahmen ergreifen.

KI kann außerdem dazu beitragen, Fallnotizen und andere schriftliche Dokumentationen klarer und einheitlicher zu formulieren. KI-gestützte Überarbeitungen können Rechtschreibung, Grammatik, Satzbau und einen professionellen Ton verbessern, ohne die zugrunde liegenden Fakten zu verändern.

Die Aufgabe der KI besteht hier darin, die Darstellung von Informationen zu verbessern – nicht darin, Fakten einer Untersuchung oder Entscheidungen zu verändern.

KI kann die Überprüfung beteiligter Personen verbessern

Personen, die in einer Meldung genannt werden, in einer globalen Belegschaft eindeutig zu identifizieren, kann schwierig sein. Unterschiede bei Schreibweisen, Zeichensetzung, Namensreihenfolge, Akzenten und Zeichensätzen können die Zuordnung erschweren.

KI-gestützte Überprüfungen können dabei helfen, potenziell beteiligte Mitarbeiter trotz unterschiedlicher Namensvarianten zu identifizieren. So erhalten Untersuchende zusätzliche Informationen, die sie bei der Verwaltung von Fallzugriffen berücksichtigen können.

Die menschliche Prüfung bleibt dabei unverzichtbar. Untersuchende müssen feststellen, ob eine mögliche Übereinstimmung tatsächlich korrekt ist, bevor sie darauf basierend Maßnahmen ergreifen.

Übersetzungsfunktionen unterstützen die Kommunikation mit Hinweisgebern während der gesamten Untersuchung

Sprachbarrieren enden nicht mit dem Absenden einer Meldung. Hinweisgeber stellen im Verlauf einer Untersuchung häufig zusätzliche Informationen bereit, beantworten Fragen oder erkundigen sich nach dem aktuellen Stand.

Übersetzungsfunktionen helfen Untersuchenden, nachfolgende Nachrichten zu verstehen und die Kommunikation in ihrer bevorzugten Sprache fortzusetzen. Je nach konfiguriertem Prozess können Untersuchende sowohl die Originalnachricht als auch die Übersetzung einsehen und antworten, während der Zugriff auf die ursprüngliche Nachricht erhalten bleibt.

So können Untersuchende auch über Sprachgrenzen hinweg kommunizieren. Gleichzeitig bleiben sie selbst für Inhalt, Ton und die Beurteilung sensibler Kommunikation verantwortlich.

Vorfalldaten in wertvolle Compliance-Erkenntnisse verwandeln

Whistleblowing-Programme generieren große Mengen an Daten. Die große Herausforderung besteht darin, zu verstehen, was diese Daten über das Unternehmen aussagen.

Statische Berichte können Fallzahlen, Kategorien und Ergebnisse abbilden. Compliance-Verantwortliche, die in ihrem Unternehmen etwas bewirken möchten, müssen jedoch weitergehen:

  • Wie haben sich die Ergebnisse im Laufe der Zeit verändert?
  • Wo zeichnen sich Muster ab?
  • Wie schneiden die Ergebnisse im Vergleich zu früheren Zeiträumen oder relevanten Benchmarks ab?

Dialogbasierte Analysen ermöglichen es Compliance-Verantwortlichen, Fragen zu Vorfall- und Benchmark-Daten in natürlicher Sprache zu stellen. Statt jeden Bericht manuell zusammenzustellen, können sie sich im Dialog mit Fragen zu Meldevolumen, Substantiierungsraten und anderen Entwicklungen im Compliance-Programm auseinandersetzen.

KI-generierte Zusammenfassungen und Visualisierungen können dabei helfen, die gewonnenen Informationen leichter auszuwerten und zu vermitteln. Compliance-Verantwortliche bleiben dafür verantwortlich, die Ergebnisse zu interpretieren, den unternehmensspezifischen Kontext einzubeziehen und über erforderliche Maßnahmen zu entscheiden.

Compliance-Teams setzen KI bereits in der Praxis ein

Laut dem NAVEX State of Risk & Compliance Report 2026 wird KI heute in Compliance-Bereichen wie Untersuchungen, Berichterstattung und Analysen häufiger eingesetzt als noch im Vorjahr.

Two women in business attire smiling and looking at a laptop screen in a modern office setting, appearing to collaborate on a project.

Bei KI-gestützten Untersuchungen bleibt menschliches Urteilsvermögen entscheidend

Welchen Mehrwert KI im Whistleblowing und Fallmanagement bietet, hängt davon ab, wie ihr Einsatz gesteuert wird.

Untersuchungen betreffen häufig Personalentscheidungen, Vorwürfe von Fehlverhalten, vertrauliche Informationen und andere Themen mit weitreichenden Konsequenzen. KI-generierte Klassifizierungen, Zusammenfassungen, Übereinstimmungen und Empfehlungen müssen daher angemessen von Menschen geprüft werden.

Ein verantwortungsvoller Ansatz schafft Klarheit darüber, wo KI eingesetzt wird, welche Rolle ihre Ergebnisse spielen und wer letztlich für eine Entscheidung verantwortlich ist.

Für Compliance-Teams gilt ein einfaches Prinzip: KI sollte dabei helfen, relevante Informationen sichtbar zu machen, wiederkehrende Aufgaben zu reduzieren und Zusammenhänge zu erkennen. Die Interpretation, Beurteilung und Entscheidung über Maßnahmen bleiben jedoch beim Menschen.

Wenn Hinweisgeber dem Meldeprozess vertrauen und Untersuchende besseren Zugang zu relevanten Informationen haben, können Unternehmen Bedenken früher erkennen, Untersuchungen einheitlicher durchführen und die gewonnenen Erkenntnisse gezielt zur Verbesserung ihres Compliance-Programms nutzen.

Four people, diverse in age and gender, sit side by side at a table in a bright office, attentively watching and smiling at something out of view. Papers, pens, and glasses of water are on the table in front of them.

So unterstützt NAVEX

NAVEX One Whistleblowing & Incident Management führt Meldungen, Fallmanagement, Untersuchungen und Programmdaten in einem durchgängigen Prozess zusammen.

KI-Funktionen können bei Aufgaben wie der Zusammenfassung und Klassifizierung von Fällen, Übersetzungen und der Kommunikation im Rahmen von Untersuchungen unterstützen. Dadurch lässt sich wiederkehrende manuelle Arbeit reduzieren, während die Verantwortung für Entscheidungen bei den Untersuchenden bleibt. Mit der Weiterentwicklung dieser Funktionen kann KI Teams zudem dabei helfen, potenziell zusammenhängende Fälle zu erkennen und Vorfalldaten auf Muster und Trends zu analysieren, die andernfalls nur schwer zu erkennen wären.

Bei NAVEX stehen menschliche Kontrolle, Transparenz und Governance im Mittelpunkt unseres Ansatzes für den Einsatz von KI. Ziel ist es, Compliance-Verantwortlichen genau dort bessere Informationen zur Verfügung zu stellen, wo ihre Expertise gefragt ist – ohne folgenreiche Entscheidungen an KI zu übertragen.

In Verbindung mit dem umfassenden Compliance-Ökosystem von NAVEX One lassen sich Erkenntnisse aus Whistleblowing & Incident Management zudem mit Bereichen wie Ethics & Compliance Training verknüpfen. So können Unternehmen Erkenntnisse aus Meldungen und Untersuchungen nutzen, um gezielte Verbesserungen im gesamten Compliance-Programm umzusetzen.